Buchbesprechung: "Die Luft da oben" von Pauline Keller



Verlag: Books on Demand (22. April 2015)
Sprache: deutsch
ISBN: 978-3735780621
Genre: Belletristik
Seitenanzahl: 244
Meine Bewertung: ❀❀❀



War es früher anders? Gab es eine Zeit, in der Lena dazugehörte? Eine Zeit, in der sie normal war, nicht auffiel? Eine Zeit, in der sie "hineinpasste"?
Lenas Geschichte packt: mit Eltern, die drücken, drängen und mit "den anderen" vergleichen. Packt mit Verena, der besten Freundin -. die keine Freundin ist, mit dem Schwager Manfred, einem Mister Oberwichtig, Pascha und spackig bis dorthinaus. Mit Christian, Lenas Freund, der für sie da ist, was auch passiert. Doch vor allem packt Lenas Größe, 1 Meter und 82 Zentimeter, die sich zwischen sie und andere Menschen zwängen. 1 Meter und 82 Zentimeter, die sie immer wieder aufs Neue verletzen. Aufrichtig und mit schwarzem Humor erzählt "Die Luft da oben" von einer Außenseiterin. Es gelingt der Autorin, einen unsichtbaren Gegner sichtbar werden zu lassen - den mächtigsten Gegner, den ein junger Mensch haben kann: sich selbst. (Quelle: Amazon.de)


Was bin ich dämlich!


Ich liebe Giraffen. Ich liebe die Farbe blau. Ich liebe Giraffen auf blauem Hintergrund. Das Cover ist also perfekt. :D


Nachdem mich die liebe Pauline auf ihr Buch aufmerksam gemacht hat, wollte ich es unbedingt lesen. Ich fand, dass die Thematik der Geschichte einfach mal was komplett anderes ist. Denn zumindest ich bin noch nie über eine 1,82 m große Protagonistin mit Alltagsproblemen gestolpert. Allerdings konnte mich das Buch dann aber leider doch nicht zu 100% überzeugen. Vielleicht liegt das aber auch nur daran, dass manche der etwas pampigeren Charaktere mich zu sehr an Bekannte erinnert haben, vor denen ich versuche zu fliehen, indem ich lese. Die dann fast 1 zu 1 in einem Buch wiederzufinden, war ein Schock. :D So Wortwitze wie "AkaDÄMLICHerin" kommen mir einfach viel zu bekannt vor, als dass ich drüber lachen könnte, haha.
Aber mal Spaß beiseite: das Problem, das ich mit dem Buch hatte, war, dass die Protagonistin Lena 25 Jahre alt ist, aber die Probleme einer 14-jährigen hat. Oder sie zumindest so handhabt. Natürlich gibt es Eltern, die ihre Kinder selbst dann noch zu sehr pushen, wenn diese schon erwachsen sind; aber wenn ich Lena wäre und mich meine Eltern so behandeln würden, weil ich nach dem abgeschlossenen Studium noch keinen Job gefunden habe, würde ich einfach aufstehen und gehen und das nicht über mich ergehen lassen. Und wenn mich meine beste Freundin so zur Schnecke machen würde, wie es Verena tut, würde ich den Kontakt abbrechen. So einfach ist das. Und ich denke, niemand in diesem Alter würde das so stillschweigend über sich ergehen lassen und einfach akzeptieren.

Das war aber auch das Einzige, was mich gestört hat und im Prinzip sind Lenas Probleme ja auch der Knackpunkt der Geschichte. Somit kann man es also gar nicht wirklich negativ sehen. Alles in allem ist Die Luft da oben ein sehr schöner Roman, der mit viel Liebe geschrieben wurde. Während des Lesens denkt man automatisch auch ein wenig über sein eigenes Leben nach. Und während Lena sich langsam entwickelt, wächst sie einem auch einfach richtig ans Herz. Genauso wie das Buch an sich. Ich hatte auf jeden Fall Spaß daran, die Geschichte zu lesen und die Seiten flogen regelrecht an mir vorbei. Gerne werde ich mir auch zukünftige Projekte der Autorin anschauen, falls welche in Planung sind. :)


Eine süße und liebevolle Geschichte, die einem zum Denken anregt. Hin und wieder gibt es kleine, sprachliche Holperer, aber das gibt dem Ganzen keinen Abzug. :)


Kommentare:

  1. Ein schöner Review. Dieses Buch scheint jedoch, so wie du es beschreibst nicht so mein Geschmack zu sein. Trotzdem ein gelungener Post
    kiss, cleo
    www.creativschreiben.blogspot.com

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    1. Danke für den lieben Kommentar! :)

      Liebste Grüße!

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