Öffentliche Kritik an Buchbloggern und BookTubern

Hallo Freunde,

heute möchte ich mal mit euch über etwas reden, das mich sehr beschäftigt. Falls ihr selbst Buchblogger oder BookTuber seid, habt ihr bestimmt schon die ein oder andere öffentliche Kritik an uns im Internet gelesen. Ganz aktuell kursiert ja ein Artikel über Leute wie uns auf Zeit Online herum. Und wie immer wirft auch dieser Bericht kein gutes Licht auf uns.

Ich muss sagen, dass mich solche Artikel nicht persönlich angreifen, da ich das Buchbloggen zwar liebe, ich aber nicht so sehr darin investiert bin, als dass ich es als etwas sehe, das mehr als ein Hobby ist. Allerdings kann ich es sehr gut nachvollziehen, das andere Blogger solche Berichte nicht gern lesen. Und das zurecht. 

Onlinezeitschriften, Kritiker und Co. lassen uns in einem sehr schlechten Licht dastehen. Als wäre unsere Meinung nicht wichtig. Welch Schande, dass die meisten von uns Bücher subjektiv bewerten! Was für eine Untat, dass wir nur einfache Menschen sind, die Spaß am Lesen haben und gern über ihr Hobby reden. Grausig! Was fällt uns nur ein, Bücher zu empfehlen, obwohl manche von uns keine Literatur studiert haben - oder eventuell sogar noch so jung sind, dass wir noch zur Schule gehen!!


Aber wieso um alles in der Welt ist unser Hobby so eine Missetat? Weil wir einfache Menschen ohne Doktortitel sind? Scheinbar fühlen sich die hohen Tiere von uns angegriffen. Oder warum hagelt es so viel Kritik auf uns?

Hiermit möchte ich mich also öffentlich dafür entschuldigen, dass ich gerne Jugendbücher ohne großen Inhalt lese. Dass ich Spaß daran habe, meine Meinung zu teilen und dass ich nicht genug im Kopf habe, um politische und wirtschaftliche - also die "wichtigen" - Romane zu verstehen. Tut mir leid, dass ich keine Klassiker lese, sondern meine Zeit mit leichten Lektüren verbringe, die mich zum Lachen und manchmal auch zum Weinen bringen. 

Nein, das ist natürlich Quatsch. Denn ich mag, was ich lese. Und ich mag Rezensionen, die leicht verständlich sind. Ich will nicht hören oder lesen, wie Buchblogger und BookTuber ihre Bücher bis ins kleinste Detail analysieren. Und selbst will ich es auch nicht tun. Das Vergnügen hatte ich schon mit Schullektüren und ich muss sagen, dass ich daran leider keinerlei Spaß hatte. Ich will nicht über die stilistischen Mittel, den sprachlichen Aufbau und die Wortwahl der Autoren eins für eins analysieren und zu allem meinen Senf abgeben. Das macht mir keinen Spaß und ich bin mir sicher, dass auch die meisten anderen Online-Rezensenten weniger Lust darauf hätten, jede Buchbesprechung so aufzubauen. An die, die das machen: Hut ab!

Also, liebe Kritiker und andere Menschen da draußen: Ich kann leider nicht ganz nachvollziehen, was ihr gegen uns habt. Seid doch froh, dass es junge Menschen da draußen gibt, die in ihrer Freizeit lesen und darüber sprechen. Es gibt schlimmeres als unsere "nicht qualifizierten" Rezensionen. Wir sind nicht hier, um große Töne zu spucken, sondern mit Gleichgesinnten über spannende, süße und schöne Bücher zu reden. Ja, wir machen das subjektiv. Aber darum geht es bei uns. Wir berichten von unseren Erfahrungen und posten unsere Meinungen. Denn unsere Zielgruppe ist ein wenig anders aufgebaut als eure. Wir wollen keine ellenlangen Texte über Schreibstile, Hintergründe, Bedeutungen und politische Aspekte lesen. Und wir kaufen Bücher, wenn sie uns von anderen Bloggern/YouTubern empfohlen werden. Uns überzeugen deren Art von Rezensionen eben. Wenn ihr das anders seht, ist das okay. Aber wir sind nicht hier, um uns wie die ganz Großen aufzuspielen oder um euch euren Platz wegzunehmen. Wir sind nicht hier, um eure Tätigkeit ins Lächerliche zu ziehen. Wir sind hier, weil es uns Spaß macht und wir ein Mitteilungsbedürfnis haben. Und, weil es genug Leute gibt, die unsere Form der Rezensionen scheinbar sehr gerne lesen.

Warum akzeptieren wir uns nicht einfach gegenseitig? Würde mich freuen.


Kommentare:

  1. Super Beitrag :=) Habe auf meiner FB Seite auch schon meine Meinung zu dem Beitrag in der Zeit gesagt.

    LG Carina

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  2. Huhu Tulip,

    ich kann mich deiner Meinung nur anschließen. Ich sehe das Bloggen ebenfalls als Hobby und dazu braucht man nun wirklich nicht studiert haben. Es ist wirklich schade, wie oft ein schlechtes Licht auf uns geworfen wird nur weil einige von uns nicht studiert haben und es dennoch wagen ihre Meinung zu äußern. Ein freundliches Miteinander würde ich auch sehr begrüßen, zumal beide "Parteien" sowieso unterschiedliche Ziele mit ihrem Tun verfolgen.

    Liebe Grüße
    Bettina

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    1. Dankeschön! Seine Meinung über uns zu äußern ist ja vollkommen in Ordnung, finde ich. Auch, wenn es negative Meinung ist. - Jedem das Seine! Ich finde es nur sehr schade, dass unsere Tätigkeit so ins Lächerliche gezogen wird. Nur weil wir nicht studiert haben, heißt es nicht, dass wir keine Meinung zu irgendetwas haben dürfen. Ich finde es schrecklich, wie negativ Blogger dargestellt werden. Das wäre ja genauso, als säße man in einem Restaurant und lobt das Essen und plötzlich wird man von allen Gastronomiekritikern der Welt gehasst. Kein Blogger oder BookTuber, den ich kenne, sieht sich selbst als professionellen Kritiker. Wir machen das aus Spaß. Warum uns dann also die Freude nehmen?

      Liebe Grüße. ♥

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  3. Huhu liebe Leonie,
    ich find den Streit zwischen "gelernten Kritikern" und Bloggern auch total schwachsinnig. Wobei ich den Eindruck habe, dass vor allem der klassische Feuilleton sich von uns Bloggern auf den Schlips getreten fühlt. Zumindest habe ich bisher noch keinen Buchblogger gefunden, der gegen die klassischen Rezensenten gewettert hätte.

    Allerdings fühle ich mir durch solche Aussagen, wie sie die Zeit nun getroffen hat, gar nicht mehr angesprochen. Ich mache, was mir gefällt (ein bisschen wie Pipi Langstrumpf :D ). Wer sich daran stört, muss meinen Blog ja nicht besuchen. Und wer die mangelnde Qualität von Blogs kritisiert, der sollte eben beim Lesen von Feuillton bleiben. Ich seh das zwischenzeitlich alles sehr locker. Aufregen darüber bringt sowieso nichts. :)

    Alles Liebe, Nelly

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    1. Hallo Nelly,

      danke für deine Meinung. :) Ich stimme dir voll und ganz zu. Ich betrachte das Ganze jedoch mit einem Kopfschütteln, weil ich finde, dass richtige Kritiker und Blogger ja im Prinzip das gleiche Ziel haben: über Bücher zu sprechen. Und ob man das nun gelernt hat oder nicht, ist doch wurst. Wir nehmen ja niemanden den Arbeitsplatz weg. Hobby und Beruf sind zwei verschiedene Dinge und unsere beiden "Parteien" könnten einander doch einfach harmonisch aus dem Weg gehen ... :D

      Aber du hast ja recht, aufregen bringt wirklich nichts.

      Liebste Grüße!

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    2. Ich seh das nur zwischenzeitlich so, dass es eigentlich gar keinen Reibungspunkt geben kann/sollte...
      Die studierten Kritiker verdienen ihren Lebensunterhalt mit dem, was sie schreiben. Für uns ist es eben nur ein Hobby. Ich glaube, wir bedienen ein ganz anderes Publikum, daher seh ich da keine "Konkurrenz".
      Kann allerdings auch verstehen, dass einige Blogger sich da schon auf den Schlips getreten fühlen. Von denen hab ich noch nie gehört, dass sie gegen professionelle Kritiker wettern.
      Ach es ist einfach schade, dass man nicht friedlich nebeneinander existieren kann

      Alles Liebe, Nelly

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    3. Das hast du ziemlich treffend gesagt :)

      liebe Grüße
      Sandra

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  4. Ich vertrete die gleiche Meinung. Du hast einfach Recht
    kiss, cleo
    www.creativschreiben.blogspot.com

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    1. Cleo, freut mich, dass wir die selbe Meinung haben. :)

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  5. Hallo Tulip :)

    Du warst vorhin auf meinem Blog. Lieben Dank für deinen lieben Kommentar. Da mag ich doch auch gleich mal bei dir stöbern. Du scheinst ja schon recht lang zu bloggen wenn du bereits mit 12/13 begonnen hast. Ich blogge erst seit Oktober, aber es macht mir riesigen Spaß. Und ja, ich kann dir, was den Artikel angeht nur Recht geben. Hab ihn grad gelesen und musste einfach nur schmunzeln. Angrifftfläche bietet man doch nur, wenn man auf solche Worte reagiert. Ich denke mir da meinen Teil und belächel das ganze. Lesen ist mein Hobby, ich lese was mir gefällt. Bei mir gibt es nur sehr selten schlechte Rezensionen, was daran liegt, dass ich die Bücher les, die mein Interesse wecken. Da ist es denke ich wichtig, sich nicht von solchen Kritiken beeinflussen zu lassen und einfach bei sich zu bleiben.
    So, ich werd jetzt öfters mal hier reinschauen, aber jetzt gehör ich ins Bett. Wünsch dir eine Gute Nacht und bis bald

    Sandra von http://www.sandraskreativelesezeit.blogspot.com

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    1. Hallo!

      Freut mich, dass du auch mal bei mir vorbeigeschaut hast! Und ich stimme dir natürlich zu. Normalerweise ignoriere ich solche Dinge auch, aber irgendwie konnte ich nicht mehr an mich halten. :D Das liegt aber nicht daran, dass sie uns alle kritisieren, sondern dass sie mittlerweile schon so weit gehen und Blogger/BookTuber namentlich in ihren Artikeln nennen und diese dann damit in den Dreck ziehen. Das geht, meiner Meinung nach, gar nicht und ich finde, wenn sowas passiert kann man sich dann auch mal zu Wort melden.

      Liebste Grüße! :)

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